Hope trainiert fleißig

Freitag, 18 Januar 2013

Hund und Mensch, eine Beziehung mit Missverständnissen

Felix, nein! – Tinka, aus! Lautstärke, Tonart und häufige Erwähnung dieser Wort-Kombinationen erheitert Parkbesucher und sind ein Beispiel dafür, dass Hunde bekannte Aufforderungen gerne mal ignorieren … Moment! Ignorieren oder verstehen sie die Aufforderungen nicht? Oder macht es Hunden vielleicht einfach nur Spaß, ihre Besitzer mit Ungehorsam in den Wahnsinn zu treiben?

Menschen und Hunde leben schon seit vielen Jahrhunderten in einer Gemeinschaft. Egal ob als Jagd- oder Hütehund oder nur als treuer Wegbegleiter – Wir schätzen die loyalen Vierbeiner. Obwohl der Mensch den Hund bereits vor so langer Zeit gezähmt und domestiziert hat, gibt es noch heute Missverständnisse zwischen Zwei- und Vierbeinern.

Klare Rollenverteilung im Rudel

Jeder Hundebesitzer kennt diese Erfahrung: Der angenehme Spaziergang am Nachmittag wird just in dem Moment zum peinlichen Erlebnis, wenn der Hund zielgerichtet zur nächsten Picknickdecke läuft und sich an dem Grillfleisch und der Bratwurst anderer erfreut. Der Moment, in dem man die Leine in der Hand verstecken und das Dasein als Hundebesitzer leugnen möchte: Kein Rückruf, kein „Aus“, nichts funktioniert und man wirkt wie der böse Hundehalter, der seinem Tier keine Manieren beigebracht hat.

Mit dem Thema Hundeerziehung lassen sich ganze Bücher füllen. Denn viele Besitzer vergessen: Der Hund ist noch immer ein Rudeltier. Entsprechend wichtig sind klare, hierarchische Strukturen – ganz gleich, ob das Rudel aus einem einzigen Menschen oder einer ganzen Familie besteht.

Hunde wollen gefördert und gefordert werden, brauchen aber auch klare Strukturen, an denen sie sich orientieren können. Sind diese nicht festgelegt, kommen sie früher oder später zu dem Schluss, dass sie die Führungsrolle übernehmen müssen – und das nicht nur als Wachhunde.

Assistenzhunde – eine besondere Herausforderung

Damit ein Assistenzhund zu einem zuverlässigen Begleiter ausgebildet werden kann, muss er von Anfang an daran gewöhnt werden, Kommandos zu befolgen. Er lernt, die Hürden des Alltags zu bewältigen und effektiv mit dem Diabetes-Erkrankten zusammenzuarbeiten. Ob Warnsignale geben, Gegenstände bringen oder Türen öffnen – die Disziplin des Diabetikerwarnhundes kann lebenswichtig sein. Das Gehorsam des Tieres hängt schließlich davon ab, ob ihm die seine untergeordnete Position deutlich gezeigt und bewusst wird.

Auch die kleine Pudeldame Hope muss die Regeln befolgen, die Hundetrainerin Kati Zimmermann ihr beibringt. Nur so kann sie nach der Ausbildung ihre neue Familie entlasten. Mit fünf Monaten ist die Hündin bereits auf einem guten Weg, ein gehorsamer Diabetiker­warnhund zu werden: Die Kommandos „Sitz“ und „Platz“ befolgt sie meist sehr gut. Um brav an der Leine zu laufen, ohne gleichzeitig alles entdecken zu wollen – dazu fehlt dem Welpen häufig noch die Disziplin. Im Moment lernt Hope auch, ab und zu alleine zu bleiben sowie den Umgang mit Kindern. Das ist wichtig für das spätere Zusammenleben mit Elias und seiner Familie. Denn wenn Elias Besuch von Freunden bekommt, muss Hope auch ruhig und konzentriert bleiben, um für Schwankungen in Elias Blutzuckerspiegel empfänglich zu sein.

75899_401753136560136_1405188726_n

 

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag