Mantrailing. Sinnvolle Auslastung für fast jeden Hund!

Dienstag, 17 Juli 2018

Mantrailing wird immer beliebter als Beschäftigung für Hunde. Denn sie werden dadurch nicht nur körperlich, sondern auch geistig gefordert und gefördert.

Aber was genau verbirgt sich dahinter? Wir wollen das kurz und einfach beschreiben. Und das fällt uns nicht schwer, denn Joko, der Wunschfutter Labrador (im Bild oben kurz vorm Einsatz), ist regelmäßig im Suchhund-Modus. Er trainiert fleißig im Hundezentrum Münster und hat richtig Spaß daran.

Ziel des Mantrailing ist es, den Hund so zu trainieren, dass er mit Hilfe einer Geruchsprobe (z.B. ein getragenes Kleidungsstück oder andere persönliche Gegenstände), einen Menschen finden kann. Hunde sind darin wahre Experten, denn ihre Nasen sind um ein Vielfaches sensibler als die des Menschen. Profis unter den Hunden können einige Tage alte Spuren verfolgen, oder sogar Gegenstände unter Wasser „erschnüffeln“. Aber es ist schon faszinierend genug, wenn man seinem Hund einige 100 Meter zielsicher zur gesuchten Person folgen kann. Besondere Herausforderungen liegen da nicht unbedingt in der Länge der Strecke, sondern z.B. in den Richtungswechseln, Windrichtungen, unterschiedlichen Bodenbelägen und vielem mehr.

Was braucht man eigentlich als Ausrüstung? Nicht viel. Das Wichtigste ist ein gut sitzendes Zuggeschirr, da besonders motivierte Hunde oftmals mit ziemlichem Zug an der Schleppleine die passende Spur verfolgen. Und dann die Schleppleine. Eine ca. 7-10m lange Leine, die es dem Hundeführer erlaubt, dem Hund entsprechenden Freiraum zu geben. Denn beim Mantrailing ist es besonders wichtig, dass der Hund die Entscheidungen trifft. Dann ist es natürlich immer wichtig ausreichend frisches Wasser für den Hund parat zu haben. Denn selbst eine kurze Suchstrecke ist für den Hund schon sehr anstrengend. Joko hat immer besonders großen Durst nach getaner Arbeit.

Aber wie bringt man dem Hund bei, dass er einer bestimmten Geruchsspur folgt? In ganz kleinen Schritten baut man das Training auf. Zunächst konzentriert man sich darauf, den Snackhunger und den Folgetrieb des Hundes zu nutzen. Der Hundehalter hat die Schleppleine vom Halsband zum Geschirr gewechselt. Ein erstes Zeichen für den Hund, dass er jetzt im „Arbeitsmodus“ ist. Ein Helfer spricht den Hund an, lockt den Hund mit einem Lieblingssnack und läuft dann in Sichtweite ein paar Meter uns versteckt sich. Ist der Hund einigermaßen motiviert, wird er automatisch versuchen, dem Helfer zu folgen. Am besten legt man eine Geruchsprobe des Helfers auf den Boden, sodass der Hund direkt drüber läuft. Wenn der Hund bei der Versteckperson angekommen ist, gibt es direkt wieder eine großartige Belohnung und man wiederholt diesen Vorgang 2-3 Mal. So kann man gut erkennen, ob der Hund die entsprechende Motivation mitbringt. Wenn ja, baut man das in den nächsten Trainingseinheiten immer weiter aus. Das beschreiben wir in kommenden Beiträgen.

Joko sucht mittlerweile „nur“ mit Hilfe einer Geruchsprobe und kann auch schon die ein oder andere knifflige Spur verfolgen. Oft mit Erfolg – aber es gibt auch immer wieder Tage, an denen es anscheinend noch andere, spannende Geruchsspuren zu verfolgen gibt. Aber das gehört auch dazu. Denn bei allem Training sollten wir immer bedenken, dass unsere Hunde keine Maschinen sind. Im privaten Bereich sollte im Vordergrund immer der Spaß an der gemeinsamen Beschäftigung stehen.

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